Case Deflection einfach erklärt: Supportanfragen reduzieren und Service effizienter gestalten
Viele Supportanfragen lassen sich vermeiden, wenn Kunden die richtigen Informationen sofort finden. Case Deflection beschreibt genau diesen Ansatz, bei dem Probleme eigenständig gelöst werden, bevor ein Ticket entsteht. Erfahren Sie, wie Sie damit die Effizienz im Kundenservice besser einschätzen können.
Was bedeutet Case Deflection?
Case Deflection beschreibt, in welchem Umfang Nutzer ihre Fragen oder Probleme selbstständig lösen können, ohne den Support zu kontaktieren. Statt ein Ticket zu erstellen oder den Kundenservice anzurufen, finden sie passende Antworten über vorhandene Inhalte wie Wissensdatenbanken, Self-Service-Portale oder automatisierte Assistenzsysteme. Der Supportfall entsteht dadurch gar nicht erst.
Ziel dieses Ansatzes ist es, Kunden genau im richtigen Moment zu unterstützen und ihnen einen schnellen Weg zur Lösung zu bieten. Gleichzeitig werden Support-Teams entlastet und können sich auf komplexere, beratungsintensive Anfragen konzentrieren. Eine erfolgreiche Case-Deflection-Strategie beschleunigt die Problemlösung und reduziert Frustration auf Kundenseite.
Die Grundlage dafür bildet ein gut strukturiertes Wissensmanagement. Informationen müssen vollständig, aktuell und leicht auffindbar sein. Besonders wertvoll sind Inhalte, die direkt aus der Arbeit von Support-Mitarbeitenden entstehen, da sie reale Kundenprobleme widerspiegeln. Analysen von Suchanfragen helfen zudem, Inhaltslücken zu erkennen und gezielt zu schließen. So lässt sich messen, ob Self-Service-Angebote tatsächlich genutzt werden und wie effektiv sie sind.
Case Deflection vs. Self Service
Self-Service und Case Deflection ergänzen sich zu einer wirkungsvollen Strategie für skalierbaren Kundensupport.
- Self-Service ermöglicht es Nutzern, eigenständig nach Lösungen zu suchen, zum Beispiel über Wissensdatenbanken, Anleitungen oder Community-Plattformen. Dieser Weg ist bewusst initiativ: Kunden prüfen selbst, ob sie ihr Anliegen ohne direkte Unterstützung lösen können.
- Case Deflection greift später im Prozess ein, wenn ein Kontakt mit dem Support bereits geplant ist. Während der Erstellung eines Tickets oder einer Anfrage erhalten Nutzer gezielte Hinweise auf passende Inhalte oder automatisierte Hilfen. Dadurch lässt sich das Problem oft sofort klären, noch bevor ein Supportfall entsteht. Der entscheidende Unterschied liegt im Zeitpunkt und in der Absicht des Nutzers.
Nicht jedes Anliegen erfordert denselben Unterstützungsgrad. Kritische oder sensible Probleme machen oft den direkten Kontakt zu einem Support-Mitarbeitenden notwendig. Einfache, wiederkehrende Fragen lassen sich hingegen gut automatisiert lösen. Gelingt dies nicht, entsteht ein Supportfall. Genau hier sorgt Case Deflection dafür, dass Kunden im letzten Moment doch noch eine passende Lösung erhalten.
Kennzahlen zur Überprüfung von Case Deflection
Um Case Deflection sinnvoll zu bewerten, reicht eine einzelne Kennzahl nicht aus. Erst die Kombination mehrerer Metriken liefert ein ganzheitliches Bild darüber, wie gut Self-Service-Angebote funktionieren und wie zufrieden Kunden mit den bereitgestellten Lösungen sind:
- Kundenzufriedenheit: Sie sollte an allen relevanten Kontaktpunkten gemessen werden, etwa nach Supportfällen, Chat-Interaktionen oder in regelmäßigen Befragungen. Niedrige Bewertungen deuten darauf hin, dass Inhalte oder Prozesse zwar eine Kontaktaufnahme verhindern, das eigentliche Problem aber nicht lösen. Solche Signale helfen, Schwachstellen gezielt zu identifizieren. Wichtige Kennzahlen zur Messung der Kundenzufriedenheit sind: Customer Satisfaction Score (CSAT), Net Promoter Score (NPS), Customer Effort Score (CES)
- Leistungsfähigkeit von Wissensartikeln: Zugriffszahlen, Nutzerrückmeldungen und Bewertungsfunktionen zeigen, welche Inhalte tatsächlich weiterhelfen und wo Aktualisierungsbedarf besteht. Ein strukturierter Pflegeprozess stellt sicher, dass relevante Informationen aktuell bleiben und sich an realen Nutzungsmustern orientieren.
- Die Deflection Rate sollte differenziert betrachtet werden: Dabei gilt es, erfolgreich gelöste Anliegen von frustrierten Abbrüchen zu trennen. Nur wenn klar ist, warum kein Supportfall entstanden ist, lassen sich belastbare Aussagen über die Wirksamkeit der Maßnahmen treffen.
Viele Service-Teams möchten ihre Zeit lieber in persönliche Kundenbetreuung und komplexe Anliegen investieren. In der Praxis stehen jedoch oft Routineaufgaben, die Nutzung verschiedener Tools sowie knappe Ressourcen im Weg. In unserem Webinar erfahren Sie anhand konkreter Beispiele aus der Praxis, wie die Salesforce Service Cloud mit KI dabei unterstützen kann, Prozesse zu automatisieren und den Arbeitsalltag spürbar zu erleichtern.


Vorteile von Case Deflection
Kundenservice-Teams stehen zunehmend unter Druck, hohe Anfragevolumen effizient zu bewältigen und gleichzeitig eine gute Servicequalität sicherzustellen. Fragmentierte Systeme, wiederkehrende Standardanfragen und steigende Erwartungen führen dabei oft zu ineffizienten Prozessen und Überlastung. Die Kombination aus Self-Service und Case Deflection bietet einen wirkungsvollen Ansatz, um Support-Teams zu entlasten und die Kundenerfahrung zu verbessern:
- Reduzierung von Agentenbelastung: Kunden erhalten Antworten über Self-Service-Angebote, ohne einen Supportfall zu eröffnen. Support-Mitarbeitende müssen weniger Routineanfragen bearbeiten und erleben geringere Überlastung.
- Effizientere Abläufe im Support: Automatisierte Lösungen senken die Anzahl eingehender Tickets und reduzieren operative Kosten. Qualifizierte Mitarbeitende können sich auf komplexe und wertschöpfende Aufgaben konzentrieren.
- Schnellere Problemlösung für Kunden: Lösungen stehen sofort zur Verfügung, unabhängig von Geschäftszeiten oder Wartezeiten. Kunden lösen ihre Anliegen flexibel und selbstbestimmt.
- Bessere Skalierbarkeit des Supports: Wachstum lässt sich abfedern, ohne proportional neues Personal aufzubauen. Ressourcen werden gezielt dort eingesetzt, wo menschliche Expertise erforderlich ist.
- Nachhaltiger Wissensaufbau: Jede gelöste Anfrage fließt in zentrale Wissensressourcen ein. Dieses Wissen steht langfristig Kunden und Mitarbeitenden zur Verfügung und verbessert kontinuierlich die Servicequalität.
Ausblick
Case Deflection hilft, Supportfälle frühzeitig zu vermeiden und Kunden schnelle Lösungen zu bieten. Self-Service und gezielte Hinweise während der Ticket-Erstellung entlasten das Team und verbessern die Effizienz. Regelmäßige Analyse von Nutzung und Zufriedenheit zeigt, welche Inhalte wirklich helfen und wo Optimierung nötig ist. So entsteht ein skalierbarer, nachhaltiger Kundenservice, der sowohl Kunden als auch Mitarbeitende unterstützt.
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FAQ
Was ist Case Deflection?
Case Deflection bedeutet, dass Kunden ihre Probleme selbstständig lösen, ohne den Support zu kontaktieren. Dies geschieht durch den Zugriff auf Wissensdatenbanken, Self-Service-Portale oder automatisierte Assistenzsysteme, wodurch Supportfälle gar nicht erst entstehen.
Wie unterscheidet sich Case Deflection von Self-Service?
Self-Service ermöglicht es Kunden, eigenständig nach Lösungen zu suchen. Case Deflection tritt später im Prozess ein, wenn ein Supportfall bereits geplant ist, und bietet gezielte Hinweise, die das Problem oft vor der Ticket-Erstellung lösen.
Welche Vorteile bietet Case Deflection für den Kundenservice?
Case Deflection reduziert die Agentenbelastung und senkt operative Kosten, indem häufige Anfragen automatisiert gelöst werden. So können Support-Mitarbeiter ihre Ressourcen für komplexere Aufgaben einsetzen und die Effizienz des Service steigern.





