B2B Online-Marketing

B2B Online-Marketing – das Marketing im Bereich Business-to-Business – beschreibt die Beziehungen zwischen Unternehmen oder Organisationen, die durch Online-Marketing-Maßnahmen begründet und gestärkt werden. Im B2B-Bereich stehen hier Dienstleistungen oder Produkte im Fokus, die von einem Unternehmen zum anderen (Business-to-Business) verkauft werden.  Wie im B2C Online-Marketing (B2C = Business-to-Consumer), wird auch im B2B-Bereich das Internet eingesetzt, um Zielgruppen und somit potenzielle Kunden anzusprechen und sie von einem Interessenten zum Käufer zu entwickeln.

Bedeutung B2B Online-Marketing

Eine gute Marketingstrategie zielt im B2B-Umfeld darauf ab, käuferorientierte Inhalte zu erstellen, an den richtigen Orten im Internet zu platzieren, die Zielgruppe anzusprechen und die Maßnahmen zu messen, zu bewerten und entsprechend zu optimieren. Anders als im B2C, sind hier jedoch die Verkaufszyklen (vom ersten Webseitenbesuch bis zum tatsächlichen Kauf) länger, die Prozesse komplexer (Kaufabwicklung) und mehrere Entscheidungsträger (Buyer Persona in Unternehmen) bestimmen den Lebenszyklus der Inhalte. Das bedeutet, dass die Anzahl der an Kaufentscheidungen beteiligten Personen deutlich zugenommen hat, was sich wiederum auf die verlängerten Verkaufszyklen ausübt.

Entsprechend muss der Content im B2B Online-Marketing die verschiedenen „Entscheider“ abholen, überzeugen und zum Verkauf anregen. Dafür bedarf es einer sorgfältigen Planung, Kommunikation und Abstimmung zwischen den internen Interessensgruppen (Marketing, Fachbereich, Vertrieb). Erfolgreiches B2B Online-Marketing setzt eine strategische Zusammenarbeit im Unternehmen voraus, um die richtigen Inhalte über die richtigen Kanäle an die richtigen Personen liefern zu können.

Vorteile

Laut dem Statistikportal Statista belief sich die Anzahl der Internetnutzer in Deutschland im Jahr 2018 auf 84 %. Zudem erläutert Statista, dass neben der Suche nach Informationen über Waren und Dienstleistungen hierzulande der Versand von E-Mails zu den beliebtesten Aktivitäten im Internet gehört. So hat der Wandel hin zur digitalen Welt natürlich auch Spuren im Marketing hinterlassen. Wo früher der Fokus auf dem Versand von Werbeartikeln wie bedruckte Tassen lag, konzentrieren Marketer sich heute zunehmend auf Online-Aktivitäten.

Zu den Vorteilen des B2B Online-Marketings zählen demnach unter anderem die multimedialen Maßnahmen. Im Online-Marketing stehen Unternehmen eine nahezu unbegrenzte Anzahl visueller und auditiver Elemente zur Verfügung. Auch interaktive Elemente, wie Umfragen sind möglich – diese können ganz in Abhängigkeit des Kampagnenziels auf den verschiedenen Kanälen zum Einsatz kommen. Die firmeneigene Webseite ist dabei Dreh- und Angelpunkt des Online-Auftritts. Doch auch das E-Mail-Marketing, Social Media (LinkedIn, Twitter, Facebook, etc.) oder YouTube sind geeignete Plattformen, um mit der Zielgruppe zu interagieren und zusätzlich die Reichweite zu steigern. Stichpunkt Kundennähe. Social-Media-Kanäle oder Chat-Systeme auf der eigenen Webseite sind geeignete Möglichkeiten, um mit der Zielgruppe schnell und kostengünstig in Kontakt zu treten. Der wird  Kundenservice zunehmend gepusht.

Ein weiterer Vorteil ist die Messbarkeit der Online-Marketing-Aktivitäten. Im Gegensatz zu den klassischen Werbemitteln wie die berühmte, mit dem Firmenlogo bedruckte Tasse, können Unternehmen ihre Online-Maßnahmen sehr gut messen und kontrollieren. Darauf kann entsprechend reagiert werden. KPIs (Key Performance Indicators) wie Klicks, Views oder Conversions geben den Verantwortlichen einen ganz klaren Einblick in die Effizienz ihrer Kampagnen. Durch die Auswertung der wertvollen Daten haben die Unternehmen die Möglichkeit, ihre Maßnahmen durchgehend zu optimieren und anzupassen.

Herausforderungen

Die Digitalisierung hat die Art und Weise wie wir denken, lernen, handeln und einkaufen verändert. In den letzten fünf Jahren ist das bei jedem angekommen. So haben sich durch die Digitalisierung auch im B2B Online-Marketing die Wege verändert, mit der Zielgruppe Kontakt aufzunehmen und vom eigenen Produkt oder der Dienstleistung zu überzeugen. Die klassische Kaltakquise hat vor wenigen Jahren im Vertrieb noch funktioniert. Diese kommt bei den Digital Natives (Personen der Generation, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind) heutzutage nicht mehr an. Auch der Versuch, Strategien, die vor wenigen Jahren noch erfolgreich waren, in das Zeitalter der Digitalisierung zu pressen, ist nicht zielführend.

Potenzielle Interessenten, die vorher kalt – also ohne vorherige Geschäftsbeziehung oder Einwilligung des potenziellen Kunden – über das Telefon kontaktiert wurden, wollen heute auch nicht „kalt“ mit einer E-Mail angeschrieben werden. Heute entscheidet der Interessent wie, wo und vor allem wann er mit einem Unternehmen in Kontakt treten möchte. Somit liegt es am Unternehmen, die Inhalte zielgruppengerecht aufzubereiten und an geeigneter Stelle zu platzieren, um die Entscheider im Unternehmen am richtigen Punkt zur richtigen Zeit abzuholen. Wie bereits beschrieben, werden mittlerweile im B2B-Umfeld mehr Menschen mit in die Kaufentscheidungen einbezogen. Das heißt, dass nicht mehr nur eine Person, sondern gleich mehrere von dem Produkt oder der Dienstleistung überzeugt werden müssen. Wichtige Bausteine sind dabei die wertvollen Inhalte, die für den Nutzer geschrieben und nicht aus der Perspektive des Anbieters verfasst worden sind. Die große Herausforderung liegt demnach darin, die spezifischen Engpässe der Kunden zu erkennen und entsprechend Lösungen anzubieten.

Sobald Unternehmen die Aufmerksamkeit des Interessenten haben und dieser Aktionen wie beispielsweise Downloads auf der Webseite ausführt, liegen dem Unternehmen wichtige Daten des potentiellen Kunden vor. Nun liegt es am Unternehmen, diesen wertvollen Kontakt mit weiteren, aussagekräftigen Daten anzureichern und vom Interessenten zum Käufer zu qualifizieren.

B2B Online-Marketing [E-Book]

Welche Voraussetzungen das Online Marketing im B2B-Bereich erfordert und welche Bestandteile es beinhaltet, erfahren Sie in diesem E-Book.

Bestandteile des B2B Online-Marketings

Die elementaren Bestandteile des B2B Online-Marketings sind Customer Journey, SEO-Maßnahmen und E-Mail-Marketing. Damit erlangt Online-Marketing die gewünschte Reichweite für Unternehmen. Es gilt, diese Maßnahmen dringend zu berücksichtigen.

Customer Journey

Um ein überzeugendes B2B-Kundenerlebnis aufbauen zu können, müssen Unternehmen sich in jedem Fall über die Customer Journey bewusst sein. Der Kunde durchläuft dabei die einzelnen Stationen, bis er sich für den Kauf eines Produktes/Dienstleistung entscheidet. Die überwiegende Mehrheit der B2B-Käufer recherchiert online, bevor sie ein Unternehmen kontaktieren. Bevor die Kunden mit einem Handelsvertreter sprechen, durchlaufen sie 57 % des Weges im Marketing-Trichter. Der Marketing-Trichter, auch funnel genannt, bildet die Kundenreise im Marketing ab. Dieser bezeichnet den Weg eines Kunden vom Erstkontakt, über die Conversion, bis hin zum Kauf.

Die Customer Journey im B2B setzt sich wie folgt zusammen:

Customer Journey B2B Online Marketing

Abbildung 1 Customer Journey B2B Online-Marketing

Entlang der Customer Journey müssen Unternehmen dem Kunden immer einen Schritt voraus sein. Qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen führen ihn auf den Weg zu einem großartigen Kundenerlebnis. Entsprechend liegt im B2B Online-Marketing die Aufgabe darin, an den jeweiligen Touchpoints genau die richtigen Inhalte anzubieten. Die Reise bis zum Kauf, wird so für den Interessenten personalisiert und intuitiv wie möglich gestaltet.

  • Die Reise startet bei Awareness. Das Unternehmen muss sich die Aufmerksamkeit der Zielgruppe verschaffen und deutlich machen, dass es dem Interessenten helfen und Lösungen anbieten kann.
  • Der nächste Schritt ist Consideration – die Marke und die Leistung des Unternehmens muss immer präsent sein. An dieser Stelle muss das Unternehmen Aufschluss darüber geben, was es macht und wie es das macht.
  • Beim Touchpoint Interest zeigt der potentielle Käufer Interesse und benötigt nun Input, was das Unternehmen von den anderen unterscheidet. An dieser Stelle kann auch das E-Mail-Marketing einsteigen und den potentiellen Käufer qualifizieren.
  • Darauf folgt Preference – das Produkt oder die Dienstleistung muss sich als die beste Lösung darstellen. In dieser Phase müssen Unternehmen von sich überzeugen, damit die nächste Phase, nämlich
  • Purchase. Der Interessent hat eine passende Lösung gefunden und kauft.

SEO

SEO steht für Search-Engine-Optimization, deutsch Suchmaschinenoptimierung. Es bezeichnet sämtliche Maßnahmen, die Webseiten sowohl für Suchmaschinen als auch für den Nutzer technisch und inhaltlich optimieren. Wie es die Customer Journey bereits darlegt, müssen Unternehmen zunächst ein Bewusstsein bei der Zielgruppe schaffen, auf sich aufmerksam machen und sich als geeigneten Dienstleister positionieren. Mit SEO-Maßnahmen können Unternehmen das Ziel verfolgen, die eigenen Webseiten samt Inhalten im organischen Suchmaschinenranking auf die vordersten Plätze zu katapultieren.

SEA

SEA steht für Search-Engine-Advertising, deutsch Suchmaschinenwerbung, und bezeichnet Maßnahmen, die Werbung in sämtlichen Suchmaschinen in Bild- oder Textform schalten. SEA-Maßnahmen stärken die Reichweite zusätzlich.

Social-Media-Marketing

Social-Media-Marketing als Teilbereich des B2B Online-Marketings dient zusätzlich der Leadgenerierung und Reichweitensteigerung des eigenen Unternehmens. Im B2B-Bereich bieten sich vor allem LinkedIn oder Twitter als Plattform an. Hier wird überwiegend „professioneller“ Content wie E-Books, Studien oder Whitepaper vermarktet. LinkedIn hebt sich jedoch als das absolut Wichtigste hervor. Insbesondere sollte man Diskussionsgruppen so weit wie möglich nutzen, um nicht nur das Engagement, sondern auch die Verteilung der Inhalte zu fördern. Unternehmen sollten dabei unbedingt sicherstellen, dass sie bei der Verteilung von Inhalten über Gruppen nicht als zu werbewirksam abschneiden. Facebook oder Instagram sind eher im B2C-Bereich anzutreffen, im B2B dienen diese sozialen Netzwerke vor allem dem Personalmarketing, da hier vornehmlich diese Zielgruppe anzutreffen ist.

E-Mail-Marketing

Wie bereits erwähnt ist der Verkaufszyklus im B2B deutlich länger. E-Mail-Kampagnen qualifizieren Kontakte weiter oder „halten sie warm“, was bedeutet, dass der potentielle Käufer in regelmäßigen Abständen – aber vor allem nicht zu aufdringlich! – mit nützlichen Informationen via E-Mail bespielt wird. An dieser Stelle ist folgendes Zitat des Marketing-Experten Scott Stratten angebracht: „You can’t shortcut relationships.“, was betont, dass Unternehmen zunächst eine Beziehung zum Interessenten aufbauen und das Vertrauen gewinnen müssen. Der Lead muss qualifiziert werden, wobei das E-Mail-Marketing gut unterstützen kann.

B2B Online-Marketing [E-Book]

Welche Voraussetzungen das Online Marketing im B2B-Bereich erfordert und welche Bestandteile es beinhaltet, erfahren Sie in diesem E-Book.

Fazit

Ich habe bereits viele Unternehmen betreut, die sich ein teures Marketing-Automation-Tool gekauft haben, um ihr B2B Online-Marketing zu stärken. Was man dabei jedoch außer Acht gelassen hat war, welche globale Strategie das Unternehmen mit dem Marketing verfolgen möchte. Bevor Sie Geld in ein Tool investieren, klären Sie zunächst im Detail Ihre Strategie. Anschließend überlegen Sie, wie das Tool Sie dabei unterstützen kann – und nicht andersrum. Passen Sie Ihre Strategie nicht an das Tool an. Bedenken Sie dabei auch, wer Ihre Zielgruppe ist und auf welchen Kanälen Sie kommunizieren wollen. Weiterhin überlegt man, wie Daten später an den Vertrieb oder das Inbound-Marketing weitergegeben werden. Gerne beantworte ich Ihnen Ihre Fragen zum B2B Online-Marketing und welche Möglichkeiten für Sie bestehen. Kontaktieren Sie mich einfach.


Das könnte Sie auch interessieren:


Unsere Produkte zu B2B Online-Marketing

Das Konsum- & Informationsbeschaffungsverhalten hat sich den letzten Jahren drastisch verändert: Werbebotschaften in Print, TV und Radio haben an Effektivität verloren. Der Konsument hat mittlerweile einen unbegrenzten Informationszugang – so genügt es nicht mehr, kurz vor dem Ende der Kaufentscheidung einen Impuls zu setzen.

Mehr Informationen

Marketing Automation Tools gibt es in vielen Formen & Farben. Viele Funktionalitäten gehören zum Standard Repertoire, andere hingehen fokussieren sich auf bestimmte Nischen. Seit 2014 gibt es die Salesforce Marketing Cloud, deren Funktionsumfang als Multi-Channel B2C Marketing Automation Tool zusammenfassbar ist.

Mehr Informationen

Workshop zur Grundsteinlegung für Ihr digitales Lead Management. Machen Sie Ihre Abteilung und das Unternehmen fit für die digitale Zukunft. Optimieren Sie Ihr Lead Management und steigern Sie die Neukundengenerierung.

Mehr Informationen

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus. Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.





Angebot anfordern
Preisliste herunterladen
Expert Session
Support