Robert Richter
IT
 - 10. Oktober 2019

Salesforce Sandbox

Änderungen an Ihrem Salesforce-System sollten Sie immer in einer Salesforce Sandbox testen, ehe Sie sie in Ihr Produktivsystem integrieren. Hier erfahren Sie, welche Arten von Sandboxes Salesforce anbietet, wie Sie diese am besten in Ihre Entwicklungslinie integrieren und welches Lizenzmodell Sie erwartet.

Definition und Anwendungsfälle

Eine Salesforce Sandbox ist eine Kopie Ihrer Salesforce-Organisation, die zwar die Konfiguration Ihres Systems und gegebenenfalls einige Daten übernimmt, aber vom Produktivsystem abgekoppelt ist. Es gibt diverse Anwendungsfälle, in denen es sinnvoll ist, dass kleine oder größere Änderungen am Salesforce-System zunächst in einer isolierten Umgebung getestet und nicht direkt im Produktivsystem wirksam werden.

Anwendungsfälle für Salesforce Sandboxes

  • Testen von neuen Features
  • Aufbau analog ERP-Testlandschaft: Prüfung, ob Prozesse End-to-End funktionieren
  • Paralleles Entwickeln verschiedener Anforderungen in ggf. unterschiedlichen Teams, die später in einem zentralen Testsystem konsolidiert werden, ehe sie produktiv geschaltet werden
  • Entwicklung nah am Live-System, da ein Aktualisieren mit Live-Daten (Teil-/Full-Copy) und Metadaten möglich ist

Welche Arten von Salesforce Sandboxes stehen Anwendern zur Verfügung?

Sandboxes können grundsätzlich sowohl in Salesforce Classic als auch in Salesforce Lightning Experience angelegt werden. Der Funktionsumfang unterscheidet sich je nach eingesetzter Edition (Professional, Enterprise etc.) und nach gewähltem Sandbox-Typ.

Salesforce bietet vier unterschiedliche Typen von Sandboxes an. Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Es existiert nicht die eine beste Sandbox – stattdessen muss je nach Einsatzzweck entschieden werden.

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Developer Sandbox

Die einfachste Version der Sandbox ist die Developer Sandbox. Sie enthält die Konfiguration des Produktivsystems (Metadaten) und ist für kleine Entwicklungen und zum Testen geeignet. Eine Aktualisierung der Sandbox ist einmal pro Tag möglich. Der Speicherplatz für Daten ist mit 200 MB sehr gering.

Developer Pro-Sandbox

Salesforce hat auch eine Pro-Version der Developer Sandbox im Portfolio. Dabei ist der Funktionsumfang identisch mit der kleineren Version und auch die Aktualisierungsfrequenz ist mit einmal täglich gleich. Allerdings können Sie in der Developer Pro Sandbox 1GB Daten speichern, sodass auch größere Entwicklungen durchgeführt werden können. Die Version ist ebenfalls gut für Integrationstests und Benutzerschulungen sowie Qualitätssicherungsaufgaben geeignet.

Teilkopie-Sandbox

Eine Teilkopie-Sandbox (Partial Copy) enthält – wie der Name vermuten lässt – eine teilweise Kopie des Produktivsystems, d. h. Konfiguration und Daten. Welche Daten übernommen werden, können Sie über ein Sandbox-Template festlegen. Der Speicher für Daten ist mit 5 GB groß genug, um Tests an übertragenen Produktivdaten vorzunehmen. Das Intervall zwischen zwei Aktualisierungen steigt auf 5 Tage. Salesforce empfiehlt die Verwendung der Teilkopie-Sandbox für Qualitätssicherung, Integrationstests, Schulungen und Tests zur Benutzerakzeptanz.

Full Sandbox

Die Full Sandbox bietet den größten Speicherplatz. Mit ihr können Sie Ihr Produktivsystem 1:1 abbilden, d. h. alle Daten und Metadaten übernehmen. Die Sandbox wird vor allem für Leistungstests, Auslastungstests und Staging verwendet. Zwar können Sie die Datenmenge über ein Sandbox-Template begrenzen. Allerdings ist es nicht zu empfehlen, die Full Sandbox für kleine Entwicklungstests zu verwenden, da das Aktualisierungsintervall 29 Tage beträgt. In diesen Fällen ist eine Developer (Pro) Sandbox deutlich besser geeignet.

Salesforce Sandbox: Preise und Lizenzen

Sandbox-Instanzen sind in unterschiedlichem Umfang in den Salesforce-Lizenzen inbegriffen. Wie viele Lizenzen eine Sandbox-Instanz umfasst und welche Lizenzen überhaupt mit Ihrem Salesforce-System kompatibel sind, ist abhängig von der von Ihnen verwendeten Salesforce Edition.

Salesforce Sandbox

Abbildung 1 Lizenzen Salesforce Sandbox

Zusätzlich zu den inkludierten Lizenzen können Sie weitere einzelne Sandboxes erwerben. Die Preisgestaltung hierzu ist allerdings wenig transparent. Die Preisgestaltung muss individuell geklärt werden und ist – Erfahrungswerten zufolge – abhängig von den laufenden Lizenzkosten.

Beachten Sie dabei, dass die Lizenzen hierarchisch vergeben werden, d. h. mit dem Erwerb einer Full-Sandbox-Lizenz können Sie auch Sandboxes der niedrigeren Lizenzen verwenden:

Salesforce Sandbox

Abbildung 2 Salesforce Sandboxes Hierarchie

Integration in die Entwicklungslinie

Wenn Sie mit Sandboxes arbeiten, sollte es grundsätzlich nur eine Entwicklungslinie geben, die in drei aufeinanderfolgende Systeme gegliedert ist.

Neuerungen im Dev-System

In der Regel ist eine einzige Sandbox bzw. ein einziges Dev-System ausreichend, mehrere solcher Systeme sollten verwendet werden, wenn gleichzeitig und unabhängig voneinander diverse Anforderungen entwickelt werden sollen. Eine Konsolidierung findet in dem Fall auf dem QA-System statt.

Testlauf: Entwicklungen auf dem QA-System getestet.

Das System ist eine Sandbox und damit eine Teilkopie der Produktivumgebung mit einem beschränkten Datensatzumfang. Je nachdem, welche Salesforce-Edition verwendet wird, können durch die Beschränkung hohe Zusatzkosten vermieden werden. Das System dient ausschließlich für Test- und Schulungszwecke und wird nicht zur Entwicklung genutzt.
Nach der erfolgreichen QA werden die Entwicklungen auf das Produktivsystem (Prod) gebracht. Auf diesem System arbeiten alle Mitarbeiter:

Salesforce Sandbox

Abbildung 3 Abfolge Dev-System, QA-System und Produktivsystem

Werden häufig Mitarbeiterschulungen durchgeführt, bei denen diese auch Testdaten anlegen sollen, kann die beschriebene Entwicklungslinie zu Problemen führen, da die Entwicklungen und Features die Schulungen stören oder beeinträchtigen können. Um dies zu vermeiden, kann eine weitere Sandbox für Schulungen eingerichtet werden.

Salesforce Sandbox

Abbildung 4 Sandbox für Schulungen

Die relevanten Meta-Daten (Entwicklungen, Objekte, Seitenlayouts, …) werden vor einer Schulung vom QA-System auf die Schulungsumgebung transportiert und stehen dann dort zur Verfügung. Schulungsaktivitäten wirken sich dann nicht mehr auf die Entwicklungslinie aus. Hier liegt jedoch auch ein Nachteil: Denn es entsteht jedes Mal zusätzlicher Aufwand, um die Schulungsumgebung entsprechend auf den aktuellen Status zu bringen.

Alternativen zu Salesforce Sandbox

Für Test- und Entwicklungszwecke bietet Salesforce neben den Sandboxes auch die Developer-Edition. Die Einsatzbereiche sind jedoch unterschiedlich.

Während die Sandboxes in die Entwicklungslinie integriert werden können und mit dem Produktivsystem verbunden sind, ist dies bei der Developer-Edition nicht der Fall. Der Vorteil der Developer Edition liegt allerdings darin, dass sie einen deutlich größeren Leistungsumfang bietet. Umfangreiche Entwicklungen und Integrationen sollten ausschließlich in der Developer Edition umgesetzt werden. Sie ist kostenlos und enthält alle Features. Die Developer-Edition ist eine gute Möglichkeit, um neue Ideen zu testen und sich persönlich weiterzuentwickeln.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Fragen zu Salesforce Sandbox oder der Alternative Developer-Edition haben.

Robert Richter

Robert Richter

Mein Name ist Robert Richter und ich bin begeisterter Salesforce Consultant bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

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