Salesforce SAP Integration

250x250mindforce_ebook_Salesforce-für-einsteiger_google-ad_20170412_Als Salesforce Berater und Projektleiter erhalten wir von Kunden oft die Anfrage, Teile ihrer on-premise Systemlandschaft wie z.B. SAP oder AS400 mit Salesforce zu synchronisieren und somit eine Datenintegration herzustellen. Welche Möglichkeiten bieten sich hier und was sind die Vor- sowie Nachteile der einzelnen Lösungen? Dieser Artikel wird das Thema am Beispiel Salesforce SAP Integration näher betrachten.

Inhalt

1 Datenintegration
1.1 Was ist zu tun?
2 Analyse
3 Methoden
3.1 Salesforce Integration über Webservices
3.2 Salesforce Integration über ESB
3.3 Salesforce SAP PI
4 Fazit

Salesforce Integration – Datenintegration

Grundsätzlich sprechen wir hier über eine Datenintegration. Üblicherweise hat der Kunde den Wunsch, bestimmte Stammdaten wie z.B. Kundenstammdaten oder Materialstammdaten mit Salesforce zu synchronisieren. Synchronisierung bedeutet in diesem Fall, dass die Daten auf beiden Systemen synchron und konsistent sind.

Was ist also zu tun?

Der grobe Prozess der Datenintegration lässt sich wie folgt darstellen:

  1. Analyse der Anforderungen und der Daten
  2. Wählen einer geeigneten Methode zur Datenintegration
  3. Wählen eines geeigneten Tools zur Unterstützung der Datenintegration
  4. Implementierung der Datenintegration
  5. Test der Synchronisierung
  6. Transport auf Produktivumgebungen
  7. Fortlaufendes Monitoring der Datenintegration
Salesforce SAP Integration: Integrationsprozess

Integrationsprozess

Analyse der Anforderungen und der Daten

Grundsätzlich gilt: „Erst grübeln, dann dübeln!“ Bevor auch nur ein produktiver Handschlag gemacht wird, ist es wichtig, die zu integrierenden Daten zu analysieren und die Anforderungen des Kunden an die Datenintegration exakt aufzunehmen. Diese Analyse ist Grundlage für den nächsten Schritt: Die Evaluation einer geeigneten Integrationsmethode. Hier sind beispielsweise folgende Fragen zu klären:

  • Um welche Daten handelt es sich?
  • Mit welchen Datenvolumen ist zu rechnen?
  • Welche Daten sollen auf welchem System synchronisiert werden?
  • Welches System ist für welche Daten das führende System?
  • Soll eine komplette Synchronisierung realisiert werden oder sollen gegebenenfalls Daten von einem System im anderen System überschrieben werden?
  • Handelt es sich um Stammdaten (ändern sich recht selten) oder Bewegungsdaten (häufige Änderung)?
  • Gibt es Policies oder Sicherheitsrichtlinien, die die Kommunikation der Systeme einschränken (z.B. SAP darf nur Services aus dem Internet konsumieren, aber keine eigenen Services im Internet anbieten)?
  • Zu welchem Zeitpunkt soll die Datenintegration stattfinden – Echtzeit oder zu bestimmten Zeitpunkten?
  • Sollen Daten einzeln oder im Paket synchronisiert werden?
  • Was soll im Konfliktfall geschehen?
  • Ist eine geeignete Infrastruktur gegeben?
  • Sind technische User auf den Systemen mit ausreichenden Berechtigungen vorhanden? Welche Berechtigungen werden überhaupt benötigt?
  • Wie sieht der Integrationsprozess aus und welches Integrationsschema (z.B. Sternschema) kann angewandt werden?

Sind die Daten und Anforderungen im Detail realisiert, lässt sich eine geeignete Integrationsmethode evaluieren und auswählen.

Methoden und Verfahrensweise zur Salesforce SAP Datenintegration

Grundsätzlich steht eine Vielzahl verschiedener Integrationsmethoden und Verfahren zur Salesforce SAP Integration zur Verfügung, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Die zwei bekanntesten sind die Salesforce Integration über Webservices und die Integration über ESB.

Salesforce Integration über Webservices

Vorteile:

  • WebServices sind standardisierte Services – beide Systeme sprechen hier die gleiche Sprache
  • SAP sowie Salesforce liefern bereits eine Reihe von WebService out of the box mit
  • Die Entwicklung und Generierung neuer WebServices wird von beiden Systemen stark unterstützt und vereinfacht
  • Echtzeitsynchronisierung einzelner Datensätze ist leicht abbildbar

Nachteile:

  • Für beide Systeme muss die Konsumierung der Services individuell entwickelt werden
  • Die Konsumierung der WebServices ist technisch nur mit viel Aufwand realisierbar
  • Die Wartung erweist sich als schwierig und teuer. Besonders wenn die Schnittstellen Veränderungen unterliegen.
  • Ein geeignetes Monitoring und Login über diese Schnittstellen ist schwierig zu implementieren.
  • Hoher Aufwand im Bereich Security, da jeder SAP Service extra für die Kommunikation mit Salesforce freigegeben werden muss.
  • Problematisch ist diese Art der Integration bei sehr großen Datenvolumen.

Salesforce Konsumierung von SAP Webservices

Salesforce Konsumierung von SAP Webservices

Salesforce Integration über ESB

Eine geeignetere Methode ist die Nutzung einer sogenannten ESB (Enterprise Service BUS) Software, die als Middleware eingesetzt wird. Die meisten ESB liefern bereits Connectoren für Salesforce und SAP mit. Zusätzlich beherrschen die meisten ESB die Integration von WebServices, mit deren Hilfe sich auch Fremdsysteme, z.B. CAD-Systeme oder Produktkonfiguratoren mit überschaubarem Aufwand integrieren lassen.

Vorteile:

  • Es gibt eine ganze Reihe geeigneter und etablierter ESB – teilweise sogar kostenfrei.
  • Einmal eingerichtet und konfiguriert, lässt sich die Synchronisation leicht warten und monitoren.
  • Logging und Monitoring ist bei den meisten ESB out of the box vorhanden.
  • Es muss nur eine Verbindung durch das geschützte Firmennetzt geschleust werden.
  • Überschaubarer Security-Aufwand, da alle SAP Endpunkte in der ESB gebündelt werden.
  • Auch große Datenvolumen sind über Integrationsszenarien abbildbar.
  • Aufbau eines Sternschemas und einer gebündelten Kommunikation ist über eine EBS möglich.

Nachteile:

  • Teilweise sind die Kosten für ESB sehr hoch.
  • Bei den meisten ESB ist eine Echtzeitsynchronisierung nicht möglich.
  • Es wird teilweise zusätzliche Hardware (z.B. ein Server) benötigt.
Salesforce SAP Integration mit ESB

Salesforce SAP Integration mit ESB

Salesforce SAP PI

Die SAP PI (SAP Process Integration) ist eine Middleware von SAP, die die Integration mehrerer SAP Systeme und Fremdsysteme ermöglicht und vereinfacht. Haben Sie im Haus bereits eine SAP PI im Einsatz wäre eine Evaluation der SAP PI für ihre Salesforce Integrationsszenarien durchaus eine Überlegung wert.

Vorteile:

  • Sie benötigen kein zusätzliches System im Haus und keine zusätzliche Hardware.
  • Die SAP PI ist seit mehr als 10 Jahren am Markt und erprobt.
  • Die SAP PI beherrscht gängige Standards wie SOAP und XML.
  • Es gibt ein breites Spektrum an Knowhow-Trägern zum Thema SAP PI (z.B. unsere Kollegen von RZ10 – unserem Fachbereich SAP Basis und Security).

Nachteile:

  • Die Kosten der SAP PI sind sehr hoch und abhängig vom Datenvolumen und der Anzahl der Prozessoreinheiten.
  • Es ist ein hoher Level an SAP-Knowhow für die Verwendung erforderlich.
  • Die SAP PI ist besonders für kleinere Integrationsszenarien zu groß und mächtig. Sie lohnt sich in der Regel nicht für kleine Unternehmen und Mittelstandskunden.

Fazit

Der Einsatz eines Stern-Schemas mit Hilfe der SAP PI kann sich lohnen, wenn die SAP PI im Haus bereits eingesetzt wird. Aufwände zur Einrichtung neuer ESB Software und Hardware entfallen. Allerdings sollte vorher ein Business Case erstellt werden, der die zusätzlichen Aufwände durch Beratungsleistung und höhere Systemlast evaluiert.

Die Integration über Punkt-zu-Punkt Verbindungen mittels WebServices ist eigentlich nur zu empfehlen, wenn sich das Datenvolumen in Grenzen hält und eine Echtzeitintegration notwendig ist. Die Nachteile dieser Methode überwiegen in den meisten Fällen. Allein das Problem der umständlichen Wartbarkeit stellt in den meisten Fällen ein KO-Kriterium dar.

Zu empfehlen ist oft der Einsatz einer ESB. Für einfache Integrationsszenarien ohne Echtzeitintegration können sogar kostenfreie Open-Source-Lösungen, wie Talend Open Studio, eingesetzt werden. Die meisten ESB liefern bereits eine Vielzahl verschiedener Connectoren mit, so dass z.B. auch die Integration von Legacy Systemen wie AS400 mit überschaubarem Aufwand möglich ist.

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Robert Richter, Fachbereichsleiter

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